Pfarrer Blog

7. Ostersonntag Jahr A - Predigt

7. Ostersonntag im Jahreskreis A, Pfungen 24. Mai 2020

Lesungen:

1 Lesung: Apostelgeschichte 1, 12-14

Psalm: 27, 1.4.7-8 (R vgl 13)

2. Lesung: 1 Petrus 4, 13-16

Evangelium: Johannes 17, 1-11a

 

Sie alle verharren dort einmütig im Gebet…(Apg 1, 14)

Liebe Mitchristen,

In den letzten Wochen haben wir uns mit dem Umgang und Leben der Urgemeinde von Paulus beschäftigt. Dabei ist das Thema Gebet öfters vorgekommen, besonders wenn sie in einer Krise waren oder nicht weiter wussten oder einfach, wenn sie Gott preisen wollten. Die erste Lesung und auch das Evangelium sprechen das Thema Gebet an. In der Apostelgeschichte wurden die ersten Diakone durch Gebet und Handauflegung zu ihrer Aufgabe berufen. Vorige Woche gingen Petrus und Johannes zu der jungen Gemeinde von Philippus nach Samarien und durch Gebet und Handauflegen konnte die junge Gemeinde den Heiligen Geist empfangen.

Heute in Vorbereitung auf den Empfang des Heiligen Geistes an Pfingsten, sind die Apostel zusammen mit den Frauen und mit Maria, der Mutter Jesu, und seinen Brüdern im Obergemach und beten miteinander verharrt. Obergemach kann man übersetzen als einen höheren Raum.  Als Christen sind wir oft beauftragt zu beten, nicht nur für uns, sondern auch für andere. Das Beten sollte nicht nur allein in schweren Zeiten geschehen oder eine Litanei von Wünschen beinhalten. Das Gebet soll auch Bereiche wie Lob und Dank enthalten. Wenn wir beten, so drücken wir auch damit eine gewisse Hoffnung aus und wir gehen hinaus in den göttlichen Bereich.

Jesus hat uns oft das Beispiel gegeben wo er selber, obwohl er Gottessohn ist, zu seinem Vater gebetet hat. Das „Vater Unser“ ist das Vermächtnis eines solchen Gebetes, welches er uns hinterlassen hat. Selbst am Kreuz fand er noch Zeit und Kraft, zu seinem Vater zu beten. Bis hin zu „in deinen Geist lege ich meinen Geist!“ Gebet ist nicht immer ein Ergebnis von menschlicher Leistung, denn es kommt manchmal vor, dass wir so niedergedrückt sind von Last, Kreuz und Leid, dass wir kaum die Lippen aufmachen und überhaupt die Kraft haben, zu beten! In solchen Momenten genügt es mindestens, wenn man an Gott denkt, selbst wenn uns die menschliche Kraft zum Gebet fehlt. Oder man muss nicht eine lange ausgeklügelte Gebetsform rezitieren, sondern eher ein kurzes Gebet sprechen.

Neuerlich wurde gesagt, wer nicht beten kann oder nicht vor Gott knien kann, der kann auch nicht dankbar sein. Wenn wir verschiedene Gebetsarten verrichten und die Psalmen beten, so kommen neben Klage und Leid auch Lob und Dank zum Vorschein. Das Beten selber kommt nicht aus menschlicher Kraft, sondern ist auch eine Gnade. Wenn wir beten, so geben wir die Führung und Leitung an eine höhere Macht ab. Und in dem Fall ist es an Gott selber. Er möge das weiterführen, wo wir mit unserer Kraft und Bemühung nicht mehr in der Lage sind. Gebet ist deswegen kein Befehl an Gott, er möge unsere Wünsche und Anliegen schleunigst erfüllen. Nein, wir geben unseren Dank und Lob bei Gott ab, aber wie und wann er unsere Anliegen erhört und erfüllt, bleib allein ihm überlassen.

Es gibt schon Momente, wo wir gerne den Himmel stürmen wollen, wo wir in Ohnmacht gefallen sind und nach jedem Strohhalm greifen würden oder verzweifelt nach Lösungen und Hilfe suchen, manchmal ohne sofortigen Erfolg. Es fragt sich, ob wir dies auch aushalten können. So erging es Jesus wahrscheinlich am Kreuz. Auch kommt es vor, dass wir herzzerreißende Situationen erleben, wo wir sofort eingreifen würden, wenn wir Gott wären. Und doch realisieren wir auch, dass wir nicht Gott sein können. In solchen Momentan beten wir, dass Gott uns die Kraft und Gnade sendet, damit wir wie Jesus beten können: „Gott in deine Hände lege ich meinen Geist.“

Kurz vor dem Pfingstfest sind die Apostel gemeinsam im Gebet verharrt. Auch wir beten und sehnen uns sehr nach der Zeit, wo wir als Gläubige wieder miteinander beten und singen können. Das Coronavirus hat dies seit einiger Zeit stark beeinträchtigt. Lasst uns im Gebet verharren und möge Gott uns die Gnade und Kraft schenken, dass wir uns auch in ausweglosen Situationen an ihn wenden, damit er uns führen und uns den richtigen Weg zeigen kann…Amen.

 

Meditation Gebet: von Anselm Grün

 

Ich halte dir meine Hände hin

"Herr, ich halte dir meine Hände hin, alles, was sie heute in die Hand genommen haben, alles, was mir gelungen und misslungen ist. Ich halte dir die Menschen hin, denen ich heute die Hand gereicht habe, und die, denen ich sie verweigert habe. Ich halte dir hin, was ich geformt und gestaltet habe und was mir aus der Hand geglitten ist. Ich halte dir in meinen Händen diesen Tag hin, so wie er war. Ich verzichte darauf, zu beurteilen und zu bewerten, was war. Ich überlasse dir das Urteil. Ich vertraue dir, dass du alles verwandeln kannst, was heute war. Ich übergebe dir den Tag. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass mir alles zwischen den Fingern zerrinnt, dass der Tag nur Stückwerk war. Füge du zusammen, was zerstückelt ist. Ich lege meinen Tag und alles, was ich heute in die Hand genommen habe, in deine guten und zärtlichen Hände. Halte du deine schützende Hand über mich. Lass mich heute Nacht in deiner guten Hand geborgen sein. Du hast deinen Namen in meine Hand geschrieben und meinen Namen in deine Hand. So lass mich in dieser Hand spüren, dass ich in dir bin und du in mir. In dir darf ich nun ruhen. Und du wirst bei mir und in mir sein, wenn ich nun schlafe. Lass dein Licht in meinem Herzen leuchten, wenn ich mich nun der Dunkelheit der Nacht anvertraue. Und halte deine schützende Hand über meine Familie und über alle, die mir lieb sind."


Gottesdeinste neu beginnen

Liebe Pfarreimitglieder,

Ab 31. Mai beginnen wir mit den Gottesdienste wieder. Wir feiern die Messe am Sonntag den 31. Mai um 10.00 Uhr, (am Samstag den 30. Mai gibt es keine Messe in Chämi!). Es gibt viele Schutzmassnahmen, welche das Bischofskonferenz noch überarbeiten will. Wir informieren euch weiter. Euch ein schönes Christi Himmelfahrt Fest, Pfr. Benignus Ogbunanwata

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