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21. Sonntag Jahr C- Predigt

21. Sonntag im Jahreskreis C, Pfungen 25. August 2019

Wir haben doch mit dir gegessen und getrunken und du hast auf unseren Straßen gelehrt (LK 13,26)

 

Liebe Mitchristen,

Während meiner Ausbildungsjahre in Deutschland, gab es immer wieder ökumenische Anlässe. Darunter war ein Ehepaar, das oft dann zum ökumenischen Gottesdienst kam, wenn es etwas zu essen und trinken gab. Sie machten sonst nichts und trugen auch nichts zum Erfolg der Gemeinschaft bei, aber sie kamen immer gerne, wenn es Essen und Trinken gab. Ebenfalls gibt es bei manchen Gemeinschaften die Feststellung, dass es auffällt, wenn manche Leute nur kommen, sobald die Messe fertig ist und man zum gemütlichen Teil von Essen und Trinken übergeht. Sie tragen sonst nichts bei zu der Entwicklung der Gemeinschaft und bieten sich auch nicht an, selbst etwas mitzubringen. Die Frage, ob man deswegen das Essen und Trinken abschaffen soll, stellt sich nicht, weil dieser Teil auch viel zur Pflege der Gruppe beiträgt. Bei Essen und Trinken lernen wir viel von einander kennen, in unserer Welt, was einen bewegt, wir geben etwas von uns Preis, was manchmal auch zu einer guten Freundschaft hin führt. Also Essen und Trinken ist ein wichtiger Teil unseres Lebens.

Heute im Evangelium ist es doch irritierend, dass offenbar Leute, die mit Jesus getrunken und gegessen haben und Jesus in ihrer Straße gelehrt hat, doch am Ende vor verschlossener Tür stehen werden! Wie kann das sein und was möchte uns Lukas damit sagen? Nun, wie das Paar am Anfang meiner Predigt, reicht es nicht, nur dem angenehmen Teil beizuwohnen und selber nichts beizusteuern. Das Leben als Christ ist mehr als Essen und Trinken, es muss das Innere des Menschen berühren, verwandeln und in Wort und Tat spürbar sein. Das christliche Leben ist eine Aufgabe und eine Gnade zugleich. Die Rettung ist offen für alle Menschen, unabhängig von Sprache und Rasse.

Gott lädt uns alle ein, zu ihm zu kommen. Dies ist seine Gnade und die Liebe zu uns Menschen. Seine Einladung und sein Ruf bedarf jedoch unserer Annahme, ja eine Zustimmung, eben eine Anstrengung auch Christ zu bleiben. Es bedarf eines wachen Geistes, der offen ist für das tägliche Zeichen der Liebe Gottes. Der Glaube ist ein Willensakt, eine Frage von Ansicht und Entscheidung. Ich will den Zuspruch Gottes für mein Leben annehmen und mich dem Anspruch stellen. Es ist ein Leben zwischen Offenheit und Enge und den Alltag zu gestalten. So kann ich die Zuwendung in der Partnerschaft vorantreiben, Hilfsbereitschaft am Arbeitsplatz, Versöhnung im Bekanntenkreis und Hilfe in alltäglichen Kleinigkeiten. Das weitet das Herz und schenkt auch Freude am Leben unter dem Zuspruch Gottes.

Sicherlich wird es Momente im Leben geben, wo es eng wird und mir der Anspruch des Glaubens sehr deutlich bewusst wird. Etwa wo ich für Gerechtigkeit Partei beziehen muss, beim Einsatz für Menschen am Rande der Gesellschaft, beim Einsatz für das Gelingen in der Gemeinde, usw. Es reicht nicht, nur mit Jesus zu essen und zu trinken, sondern was hat sich danach in meinem Leben geändert? Nach der Nahrung für den Körper, braucht der Mensch Nahrung für die Seele. Habe ich auch dafür gesorgt? Es ist ebenfalls super aber auch sehr passiv festzustellen, dass Jesus in meiner Straße gelehrt hat. Es stellt sich dann die Frage, was für Früchte hat seine Lehre in meinem Leben und in meiner Umgebung und im Umgang mit den Mitmenschen getragen? Wenn vor der Glaubensentscheidung Jesus unsere Tür verschlossen findet, dann kann der Hinweis auf das Trinken und Essen mit ihm, keine Garantie für die Rettung sein.

Beten wir, dass er uns ein waches Herz schenkt, aber auch die Gnade dem Zuspruch und dem Anspruch des Glaubens gerecht zu werden. So werden wir zu denen gehören, die von Ost und West an seinem Tisch sitzen werden und zum Heil gelangen…Amen.


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