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Pfingsten Jahr C- Predigt

Pfingsten im Jahreskreis C, Pfungen, 9. Juni 2019

Sind das nicht alles Galiläer, die hier reden (Apg 2,8)?

Liebe Mitchristen,

In einer Familie, die ich gut kenne, herrschte Feindschaft, Missgunst, Krieg und alles was ein Zusammenleben unmöglich machte. Weder redeten sie mit einander noch war ein Dialog möglich. Alle Versuche von Familienmitgliedern und von Außen trugen keine Früchte. Jahr für Jahr und Generationen von Generationen erlebten diese Feindschaft. Die Ursache war eine vermutete Vergiftung mit Todesfolge und keiner war bereit, etwas anderes zu hören und dem Frieden eine Chance zu geben. Nun gab man auf und empfahl die Situation dem Willen Gottes und schloss sie im Gebet ein.

Nun, im Februar dieses Jahr geschah ein Wunder. Eine Schwiegertochter der Familie war diese Situation so leid, dass sie die Initiative ergriff, den Frieden zu suchen. Zuerst begann sie mit ihrem Mann, dann die ganzen Brüder des Mannes, dann ihre Schwiegermutter und zuletzt der beschuldigte Schwager. Plötzlich begannen sich die verschlossenen Türen zu öffnen. Plötzlich waren sie alle bereit für eine Versöhnung. Plötzlich war ein Dialog möglich. Halleluja!

Vielleicht wundern sie sich, warum ich dies erzähle, gerade am Pfingstfest? Es hat doch mit Pfingsten nichts zu tun! Wir haben als Kinder gelernt, oder es ist uns angeboren, zu staunen. Leider verlernen wir dies im Laufe des Erwachsen Seins! Wir lernen hingegen politisch korrekt zu sein und zu handeln. Sind das nicht alle Galiläer, die hier reden? Wieso kann sie jeder von uns in seiner Muttersprache hören? Was da durch einfache Menschen geschieht ist für viele damals befremdlich. Das durchbricht die Erwartung. Erinnern wir uns, wo wir solche Aussagen schon gehört haben? Das war genau in der Heimat Jesus, als er diese besucht hatte. Da war es allerdings die Skepsis, welche ihm ins Gesicht geschleudert wurde. „Woher hat er dies alles“(Mt 13.56) „Wir kennen ihn doch, den Zimmermannssohn“ Seine Weissheit und Heilungskraft ist etwas unerwartetes und solches stört das bisher erlebte und somit das System. Und so wurde Jesus in seiner Heimatstadt abgelehnt.

Hier hingegen begegnet uns auch das positive Staunen der Leute. Krass was hier passiert. Nicht zu fassen, was plötzlich möglich ist. Menschen lassen sich plötzlich ergreifen von der Überraschung des Heiligen Geistes und verschlossene Türen öffnen sich plötzlich und werden zugänglich. Wie die Frau in unserer Geschichte. Mitten im Leben bricht eine neue Tür auf. Mitten im Streit findet eine Stimme das richtige, versöhnende Wort! Die Pfingstgemeinschaft staunt, dass, obwohl rein Galiläer am Sprechen waren, alle anderen Nationen sie in ihrem Dialekt gut hören und verstehen konnten. Sie stauen und strömen natürlich heraus, durch den Heiligen Geist beseelt, um die Apostel zu hören. Sie sind sehr erstaunt darüber, dass Gott durch einfache Menschen wirken lässt. Diese Sprachbarriere zu überwinden, wurde durch die Gnade und das Wirken des Heiligen Geistes erst möglich. Zwar scheint bei der Familie unserer Geschichte die Front so verhärtet, dass sie einander jahrelang feindlich gegenüberstanden, doch wirkte auch hier der Heilige Geist und bereitete den Boden vor, bis diese Schwiegertochter die richtigen Worte und die Kraft hatte, den Frieden und die Versöhnung zu suchen.

 Heute in unserer Welt und in unserer Kirche sind die Fronten sehr verhärtet, dass ein Miteinander manchmal schwierig ist. Beten wir an Pfingsten, dass Gottes Geist den Boden bereitet, damit er in uns wirken kann und uns in Erstaunen versetzt. Möge er uns Menschen schenken, die durch den Geist eine versöhnende Stimme finden, eine versöhnende Sprache, welche zu Frieden beiträgt. Der Heilige Geist schenke uns die Gnade über das Wunder zu stauen. Er möge die Steine der Mauer so bewegen, dass wir aus unseren Häusern strömen und Gott danken für diesen Geist, welcher auch heute unter uns wirkt. Sende aus deinem Geist und das Antlitz der Erde wird neu…Amen.


12. Sonntag Jahr C- Predigt

12. Sonntag im Jahreskreis C, Pfungen, 23. Juni 2019

Denn ihr alle, die ihr auf Chistus getauft seid, habt Christus als Gewand angelegt(Gal 3, 27)

Liebe Mitchristen,

In einer Redensart sagen wir oft “Kleider machen Leute”  Mit einem Gewand geben wir einen Hinweis darauf, dass wir uns auf etwas vorbereiten, ein Fest, für die Freizeit oder wir gehen zur Arbeit. Es hat auch eine Wirkung, wie wir uns kleiden. Immer eine bestimmte Farbe oder Saisonbedingt. Kleider sagen sehr viel über die Befindlichkeit einer Person aus: Freude, Trauer oder ein Freigeist. Ob es ein abendlicher Anlass ist oder etwa ein besonderes Fest, wie eine Hochzeit oder den Empfang einer hohenrangigen, politischen Person.

Bei der Firmung bitten wir oft die Firmlinge, besonders die die jungen Damen, sich entsprechend elegant anzuziehen. Manchmal ziehen sie sehr kurze Kleider an, dass sie dauernd etwas nach oben oder unten ziehen müssen!

Die Gewänder, die wir tragen sind so vielfältig wie die Person und sie helfen uns, gleich zu unterscheiden. So sehen wir im Krankenhaus durch die Kleider, wer zum Krankenhauspersonal gehört, oder wer Arzt oder Putzpersonal ist. Ebenfalls sieht man, wer Patient ist und wer Beuscher. Die weisse Kleidung des Artzes zeigt Kompetenz und Zuständigkeit.  Kleider können auf ein Zeichen der Gemeisnchaft oder Lebenshaltung hindeuten. So zeigt das Ordenskleider zu welcher Gemeinschaft jemand gehört oder zu einem bestimmten Lebensstil gehört. Ein Leben miteinander und ein bestimmter Weg, welchen sie miteinander gehen.

Heute sind auch die Igbos mit ihrer Tracht und bunten Kleidern dabei. Sie geben uns einen Hinweis darauf, woher sie kommen und wie wichtig so ein gemeinsamer Sonntag für sie ist. Kleider haben auch eine Schutzfunktion für unseren Körper,. Sie schützen uns vor allen Einflüssen oder vor Kälte und Hitze. So schmücken wir uns mit Kleidern, um uns von den anderen zu unterscheiden. Kleidung unterstreicht die Persönlichkeit, zieht Aufmerksamkeit auf uns. Kleidung kann Vertrauen erwecken oder Distanz schaffen. So haben Kleider eine vielfältige Wirkung auf uns und unsere Umwelt.

Heute hören wir etwas von dem Apostel Paulus über Gewand und Kleider. Denn ihr alle, die in Christus getauft sind, haben Christus als Gewand angezogen. Dieses neue Taufkleid ist ein neuer Lebensstart. Dieses neue Gewand in Christus bedeutet, dass wir alle in Christus gleichberechtigt sind und Brüder und Schwestern in Gott sind. Christus ist das gemeinsame Ehrenkleid für alle Getauften. Das Taufkleid Christus anzuziehen bedeutet auch, dass wir alle in die Nachfolge Christi berufen sind. Dazu müssen alle das Kreuz Christi auf sich nehmen, wie er selber dies bis zu seinem Tod getragen hat. Das Kleid Jesu zeigt, dass wir uns auf das Leben mit Christus eingelassen haben.

Das Christuskleid soll hinweisen, dass unsere äussere Haltung mit dem Inneren überein stimmen soll. Christus anzuziehen zeigt, dass Jesus unser Leben prägen soll. Menschen die sein Gewand tragen machen keinen Unterschied, ob jemand Jude oder Grieche ist, Afrikaner oder Schweizer, Mann oder Frau, da wir alle in Christus gleich sind. Unser Alltag stimmt jedoch mit dieser Haltung Christi nicht überein, denn die nationalen Interessen bestimmen heute die politische Gesinnung vieler in Europa. Alle sollen die gleiche Würde als Menschen haben, egal woher sie kommen, sofern sie das gemeinsame Taufkleid tragen. Diese Aussage Paulus überrascht uns, da wir sonst ein anderes Image von ihm haben. Als einer der die Unterordnung der Frauen predigt. Hier aber ist er für Gleichberechtigung aller, die sich Christen nennen und Christi Kleider tragen.

Das Christuskleid ist ein lebenslanges Kleid, welches nicht abzulegen ist, selbst wenn Leid und Kreuz unsere Wege kreuzen. Und dieses Kreuz Jesu ist individuell und massgefertigt, kein Kreuz ähnelt dem anderen. Beten wir, dass das Gewand Christus uns nicht nur äusserlich beeinflusst, sondern unsere innere Haltung prägen möge und in die Nachfolge mündet…Amen.


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