Pfarrer Blog

1. Advent Jahr B- Predigt

1. Adventsonntag im Jahreskreis B, Pfungen 29. November 2020

 

Herr... wir sind der Ton und du bist der Töpfer ( Jes 63, 7)

 

Liebe Mitchristen,

 

Am Anfang des neuen Kirchenjahres möchte ich die wunderbaren Bilder des Propheten Jesaja mit euch teilen. Wir versuchen, die bereits sehr oft erwähnte Erfahrung der letzten Monate zu vermeiden und uns auf das neue Kirchenjahr zu konzentrieren. Die Texte der Bibel kennen auch viele schwere schicksalhafte Erfahrungen von Menschen, von Existenznöten und Unsicherheiten. Doch die Bibel lenkt alle diese in die Richtung Gottes von dem Heil und Rettung kommt, oft auf eine Weise, die dem Menschen als unvorstellbar vorkommt.

 

Die Texte vom ersten Advent sind voller Hoffnung und sie machen uns Mut, ohne die Not und das Elend auszublenden. Und so stellt uns der Prophet Jesaja das Bild vom Ton und seinem Töpfer vor. Gott ist der Töpfer und wir sind der Ton für sein gutes Handwerk. Derzeit ist töpfern unter den Menschen sehr beliebt, vielleicht weil man, solange der Ton weich ist, seine Fehler korrigieren kann und von vorne beginnen kann. Dazu ist der Ton sehr formbar. Erst wenn er hart oder gar gebrannt ist, lässt sich nichts mehr korrigieren. Bis dahin kann man immer wieder eine neue Form versuchen.

 

Man kann sich mit der Frage beschäftigen, wie lange der Mensch formbar ist. Die ersten 3 Jahre, bis zur Pubertät oder bis zum Lebensende? Diese Frage kann man nicht so einfach beantworten. Jedoch hat unser Töpfer, der Herr Gott, hat Geduld mit seinem Ton. Zuerst ist es wichtig zu wissen, wer dieser Töpfer wirklich ist? Jesus, der Sohn Gottes, den wir in der Adventszeit hören, erzählt einiges über seinen Vater, den Töpfer. In dem Gleichnis von dem verlorenen Sohn ist er der Vater, der geduldig auf seinen Sohn wartet und zu ihm rannte, sobald er wieder umgekehrt ist und zu seinem Vater heimkehrt (LK 15, 11-32). Er erzählt weiter von dem Feigenbaum, der zwar drei Jahre keine Früchte trägt, Gott aber ihm eine Gnadenfrist gewährt, ehe er ihn fällt LK 13, 6-9). Gott gibt den Zöllnern und Sündern eine Chance und stempelt sie nicht ab, wie andere dies tun. Dieser Gott betrachtet uns alle als seine Kinder, sein Abbild, das Werk seiner Hände! Nach Jesaja glaubt Gott noch an uns, dass wir formbar sind und noch nicht hart und gebrannt wurden. Solange wir leben gewährt Gott uns die Möglichkeit des neuen Anfangs. Für ihn sind wir noch formbar, solange wir atmen.

 

Wie ein guter Vater oder eine gute Mutter ein Kind nie aufgibt, so gibt Gott uns nie auf, solange wir die Möglichkeit haben uns zu ändern. Wer weiss, was seine schöpferischen und kreativen Wege und seine Liebe aus uns hervorbringen! Beim Töpfern kann man eine Idee haben, ja eine Vorstellung. Aber was am Ende dabei herauskommt, weiss niemand ausser Gott allein. Ein weiterer Charakter des Töpfers ist seine Geduld. Advent ist eine Zeit des Wartens. Wir können uns in Geduld üben, wie ein Kind, das beim Backen seiner ersten Plätzchen geduldig und staunend vor dem Ofen steht, bis das Backblech aus dem Ofen genommen werden kann, um zu probieren, ob die Plätzchen gelungen oder nicht gelungen sind. Das Kind weiss nicht, ob sich das Warten lohnt oder nicht, doch es hofft, dass es gut werden wird.

 

In der Adventszeit sind wir wie dieses Kind, das darauf vertraut, dass die Oma ihm beim Backen über die Schulter schaut und dadurch eventuell einen groben Fehler verhindern kann. Gott wird uns als guter Töpfer nicht aus der Hand fallen lassen. Er wird uns prägen und formen. Bleiben wir deswegen wachsam und üben wir uns in Geduld, bis der Schöpfer ein Kunstwerk aus dem Ton meines Lebens heraus zaubert. Warten wir auf ihn und die Ankunft seines Sohnes...Amen.


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