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Geburt

Franziska Krähenmann, Dr. med. Leitende Ärztin auf der Geburtshilfe Bei meiner Arbeit in der Geburtshilfe habe ich es mit verschiedenen Religionen zu tun. Interkulturelle Fragen und Rituale interessieren mich. Eltern und ihre Kinder brauchen gerade in schwierigen Situationen Sicherheit und … weiterlesen

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29. u 30. Sonntage im Jahreskreis B

29. Sonntag im Jahreskreis B, Pfungen 21. Oktober 2018

 

Bei euch soll es anders sein...der Grösste soll euer Diener sein(Mk 10, 43)

 

Liebe Mitchristen,

 

Neuerlich hat sich ein Pastor als Bettler verkleidet und stand am Eingang einer Kirche.  Die Gläubigen liefen alle schick angezogen zum Gottesdienst und schenkten dem Bettler keine Beachtung. Natürlich hat er auch gestunken und er sah verwahrlost aus in der zerrissenen Kleidung und ungepflegt dazu. Nur wenige gaben ihm Geld, viele andere liefen in Eile an ihm vorbei in die Kirche. Da er ein Störfaktor beim Gottesdienstbesucher war, kamen bald Sicherheitsmänner und wollten ihn aus dem Eingang der Kirche entfernen, damit die Gottesdienstbesucher ungehindert hinein gehen konnten. Doch dann insistiert der vermeintliche Bettler, dass er den Pastor sehen will. Und als er hineinkam, griff er nach dem Mikrophon und gab sich zu erkennen.  Wir können uns alle ausmalen, wie es den Gläubigen erging, als sie ihren beliebten Pastor als den vermeintlichen Bettler wiedererkannt haben!

 

Heute im Evangelium von Markus wurde uns die Geschichte von Jesus und seinen Jüngern gezeigt, der eigentlich zum dritten Mal seinen bevorstehenden Tod angekündigt hat.  Wir alle wundern uns, wie sie dies überhören können und sich mit der Position an seiner Rechten und Linken in seinem Reich beschäftigen konnten. Sie kommen uns vor wie schlechte Schüler, die auch wenn wichtige Dinge wiederholt wurden, trotzdem nicht kapieren wollen oder können. Jesus hat ihnen wirklich dargestellt wie es in der Welt ging und bis heute geht, nämlich dass die Herrscher sich um Macht und Machterhalt mühen und ihre Bürger unterdrücken. In Afrika und vielen anderen Teilen der Welt ist dies auch noch in unserem Jahrhundert aktuell. Selbst im Land der unbegrenzten Möglichkeiten und in Europa lesen und sehen wir dies täglich in den Nachrichten.

 

Heute ist auch so ein Tag wo man sich eventuell auf die Schultern klopft und die Gelegenheit sieht, den Finger nach oben zu zeigen. Es betrifft mich nicht, Jesus spricht zu denen, die Leitungspositionen haben. Ich bin ein kleiner Bürger und tue niemand weh und unterdrücke niemanden! Es ist eine Feststellung, dass sich Macht und Ansehen auch in unserer Kirche abspielt und jeder Bereich unserer Kirche stark betroffen ist.

 

Zudem ist der Begriff „Dienen“ sehr fremd geworden. Mit Dienen verbinden wir Hausmädchen, Sklaven die den Adeligen bedienen und ebenfalls wie Sklaven behandelt werden. Mit Dienen verbinden sie eine Selbstopferung, ein unwürdiges Bedienen der Oberschicht, einer der nur Befehle von oben erhält und nichts dazu sagen darf, außer in Gehorsam nicken! Diese Art von Frömmigkeit ist uns heute allgemein zuwider. Wir haben uns sehr an unsere Welt angepasst, dass wir Kinder unserer Zeit sind. Hier fällt es uns sehr schwer, Jesus Beispiel und den Weg des Kreuzes zu gehen. Wir wollen alle Selbstverwicklung und nicht Selbstvernichtung oder Erniedrigung!

 

Heute werden wir schnell zu unserer Kirchenleitung die Finger zeigen, Papst, Bischöfe, Pfarrer, Gemeindeleitung oder sonstige Kirchliche Angestellten. Wenn es nur diese Leute betrifft, wie erklären wir dann den Rückgang von freiwilligen Helfern in jedem Bereich unserer Pfarreien und wieso wird für fast jeden Dienst an der Kirche schon an Geld gedacht? Spüren wir Konkurrenzdenken in unserer Familie, am Arbeitsplatz, Nachbarn, in der Pfarrei? Kämpfen wir nicht bis heute darum, wer das Sagen haben wird und wer nicht? Wer möchte schon noch für den anderen einfach Dasein, ohne Abrechnung und Spesen zu verlangen? Gehören die Armen, jene die auf der Flucht sind, zu denen, für die wir dienen sollen? Erinnern wir uns noch, wer wirklich zur Rechten und Linken von Jesus am Kreuz hing? Sicherlich nicht die Jakobus und Johannes, sondern die Räuber!

 

Markus hat wohl geahnt, wie schwer es die Jünger Jesu mit dem Dienen haben werden und ihm nach zu folgen. So folgte gleich nach diesem Streit dann die Heilung von dem Blinden. Beten wir deshalb, dass Jesus uns von der Blindheit über Macht und Ansehen heilen wird, damit wir den Durchblick haben und lernen für einander da zu sein...Amen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

30. Sonntag im Jahreskreis B, 28. Oktober 2018

 

Ich bringe sie heim und sammle sie von den Enden der Erde...(Jer 31,8)

 

Liebe Mitchristen,

 

Es sind schreckliche Bilder, welche uns durch die Nachrichten ins Wohnzimmer gebracht werden. Es handelt von Menschen die auf der Flucht sind, weil ein Diktator sich an der Macht verfestigen will und alle ausradieren, die ihm im Weg stehen. Es sind Menschen, die fliehen, weil sie ihre Religion in einem bestimmten Land nicht praktizieren dürfen, da sie in der Minderheit sind und nach zahlreicher Verfolgung geben sie auf und suchen Schutz in einem anderen Land. Es sind Frauen, Kinder, Ältere und Kranke, welche ihr Land verlassen müssen aus welchem Grunde auch immer. Wenn wir jetzt an Aleppo und andere Kriegsfelder unserer Erde denken, so werden uns diese Bilder sehr gegenwärtig. Alles liegt in Trümmern, ihr ganzes Kulturerbe und historische Sehenswürdigkeiten wurden zerbombt und die Jihadisten trugen ihren Beitrag dazu bei.

 

Die Weltgemeinschaft steht tatenlos da und die Kriegsverbündeten scheuen sich nicht, Menschen zu vernichten. Andere schweigen aus Interesse an den wirtschaftlichen Konsequenzen für ihr Land. So ächtet man solche Verbrecher nicht mehr so sehr, um wirtschaftliche Konsequenzen zu vermeiden. Komisch, dass nur sie irgendwann einen Wiederaufbau wollen und alle Länder dazu auffordern. Und der Westen schweigt wieder dazu.

 

Nun, diese schlimmen Bilder kennen wir genügend. Zu solchen Menschen, deren Zukunft und Hoffnung am Boden liegt, die Vertriebenen unserer Erde, spricht der Prophet Jeremia heute und bringt ihnen die Verheißung und Rettung Gottes. Denken sie an viele die ihr Leben gelassen haben auf hoher See, auf dem Weg zu dem „Paradies“, mit der Hoffnung, dem Elend und dem Tod zu entfliehen. Wenn es Tiere wären, hätte die ganze Welt eine Lösung gefunden, damit das Sterben im Meer aufhört. Aber es sind Wirtschaftsflüchtlinge, das sind Terroristen, das sind Schweine die unseren Wohlstand gefährden. Das sind Menschen ohne jegliche Würde. Sie sind der Spielball der Politik und der Nationalisten, die ihr Volk zu sehr lieben, dass andere keine Menschen sind!

 

Diese Menschen spricht Jahwe heute an und sagt, für solche Menschen bin ich wie ein Vater geworden. Ich bringe sie heim, ich sammle sie von überall, Kranke, Lahme, Arme, Flüchtlinge. Ich bringe sie heim von überall wo ihnen die Menschenwürde abgesprochen wurde, von allen Demütigungen, von dort wo sie Hass und Ablehnung erfahren haben, von dem Ort wo sie sonst in Särge getragen würden und niemand sich richtig um ihr Schicksal kümmert. In solchen Momenten kann man sich schon verzweifelt an Gott, ja an die ganze Menschheit, wenden. Wie kann er solches Leid zulassen? Was ist aus unserem sehr gelobten christlichen Menschenbild geworden? Wieso gewinnen solche Antreiber die Wahlen um uns herum? Jeremia zeigt, dass Gott solche Schreie nicht überhört, sondern er geht mit ihnen durch alles Leid und Demütigung hindurch. Sein Sohn erlitt dasselbe am Kreuz. Gottes Liebe offenbart sich auch in den schlimmsten Momenten unserer Geschichte.  Er zeugt, dass in allem Unheil und Wechselfällen der Geschichte Gottes Treue zu seinem Volk unverbrüchlich bleibt. Gott spricht heute allen solchen Menschen, die sehr leiden, den Trost zu und sagt, du bist nicht allein in Leid und Tod und Vertreibung!

 

Vielleicht ist dies auch eine Bitte von Jeremia, die Hoffnung und das Vertrauen auf Gott in solchen Leidensmomenten nicht auf zu geben, sondern sich hartnäckig ihm zuzuwenden. Heute denken wir auch an alle, die solchen Menschen wieder Hoffnung geben, durch ihr Engagement und Fürsorge, allen widrigen Umständen zum Trotz. Wir danken allen Helfern, welche in kleinen Schritten über ihren eigenen Teller schauen und Menschen an der Front unterstützen. Gott hört den Schrei und die Gebete der sozial Benachteiligten und spricht ihnen die Gotteskindschaft nicht ab. Die Lesung lädt uns ein, mit dem Zerbrochenen, das was am Boden liegt, sich zu ihm zu wenden. Möge er uns alle durch seine Gnade und väterliche Fürsorge in unsere Heimat zurückbringen....Amen.


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