Pfarrer Blog

Geburt

Franziska Krähenmann, Dr. med. Leitende Ärztin auf der Geburtshilfe Bei meiner Arbeit in der Geburtshilfe habe ich es mit verschiedenen Religionen zu tun. Interkulturelle Fragen und Rituale interessieren mich. Eltern und ihre Kinder brauchen gerade in schwierigen Situationen Sicherheit und … weiterlesen

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meditation- Predigt

Meditation zu dem Allerseelen

 

In einem Meer von tränen versinke ich mein „Gott“

In einem Abgrund von Trauer falle ich mein „Gott“.

Und ich hoffe

Dass auf dem Boden des Meeres

Das Leben ist

Und in die Tiefe des Abgrundes du selbst

Der alle Toten lebendig mach „Mein Gott“

 

Von Anton Rotzetter

In einem Meer von tränen, Gott der mich atmen lässt, Herde Verlag, Freiburg 2016, S 102)


3-4. Adventsonntag Jahr C- Predigt

3. Adventsonntag im Jahreskreis C, Pfungen, 16. Dezember 2018

Was sollen wir also tun? (Lk 3, 10)

Liebe Mitchristen,

Schnell kommt Weihnachten und damit schon das Ende des Jahres. Wir leben in einer schnelllebigen Gesellschaft und die Zeit vergeht wie im Flug. In einer Woche ist es fast Weihnachten. Wir machen uns alle Sorgen, was wir alles noch erledigen können und ob wir es schaffen, die Einkäufe, die Dekorationen im Haus, die Einladungen, Karten und alles was mit Weihnachten verbunden ist, erledigen zu können. Und da soll man sich noch besinnen!

Weihnachten wie ich mal erzählt habe, auch eine besondere Zeit in Nigeria, wo alle nach Hause kommen. Man nutzt diese Zeit auch, um Konflikte im Dorf oder unter Familienangehörigen zu bereinigen. Es bietet sich eine Gelegenheit, dass sowohl jene im Ausland, als auch jene daheim sich treffen und über den Konflikt reden können und eine Lösung finden. Demokratisch soll jede Partei seine Sicht der Dinge schildern. Alle analysieren die Situation und suchen eine Lösung. Wie herrlich es ist, wenn man so weit kommt und die Frage hört, „Was sollen wir tun!“ Es ist ein Punkt, wo sich alle freuen, denn es zeigt sich, dass die Parteien zur Veränderung bereit sind. Es zeigt, dass sie zur Besinnung gekommen sind und eingesehen haben, dass es so nicht weitergeht. Es zeigt, dass sie eine Hilfe, einen Rat, ja eine Versöhnung erhoffen, welche von außen kommt. Sie sind an dem Punkt angelangt, wo sie ihre Differenzen begraben wollen und gemeinsam einen neuen Weg gehen wollen.

Im Grunde ist dies der Punkt wo wir sagen, dass der Heilige Geist anfängt zu wirken und die Herzen der Betroffenen berührt hat. Über einen solchen Moment berichtet Lukas in seinem Evangelium heute. Zuvor hat Johannes der Täufer ihnen ins Gewissen geredet. Die Stimme, welche in der Wüste zur Umkehr ruft und nicht zimperlich mit der Sprache ist, diese Stimme hat die Herzen aller erreicht und jede Gruppe fragt, was sie nun tun sollen, um sich auf die Ankunft Jesus Christus vorzubereiten. Für Johannes müssen sie nicht sehr viel tun. Allein die Bereitschaft, sich mit der Geburt des Messias zu beschäftigen ist schon etwas.

Nun, teilen ist angesagt. Teilen vom Gewand, vom Essen. Es gibt schon sehr schöne Erinnerungen, wenn wir mit Menschen essen und trinken, denn wir lernen sie besser kennen. Zöllner sollen nicht mehr verlangen als notwendig ist, Soldaten sollen Menschen nicht misshandeln und so weiter. Im Grunde genommen verlangt Johannes nichts anderes, als Nächstenliebe und Menschlichkeit gegenüber allen. An sich ist es diese Frage, welche Christen immer wieder stellen müssen, nämlich: Was sollen wir tun! Was soll ich tun, damit es weniger Elend in der Welt gibt? Was soll ich tun, damit junge Familien mit ihren Kindern in unsere Kirche kommen? Was soll ich tun, damit unsere Pfarrei eine lebendige Pfarrei ist, wo Nächstenliebe spürbar ist? Was soll ich tun, damit man in der Schweiz weiterhin in Frieden mit einander leben kann? Was soll ich tun, damit ich als Christ mit der Herausforderung des Alltags fertig werden kann?

Die Frage ist unendlich, doch wichtig für das Leben hier auf Erden. Was soll ich tun, gibt Raum für Dialog, für neue Perspektiven, ja für ein Miteinander. Man stellt sich die Frage nur, wenn die harte Haltung und individuelle Handlung zu keinem Erfolg geführt hat. Was soll ich tun,  entsteht erst, wenn ich den anderen auf Augenhöhe treffen will und ihn mit seiner Würde respektieren will. Was soll ich tun, kommt nur wenn ich eigene Verantwortung übernehmen will und die Schuld nicht mehr auf andere schieben will. Das Volk Israel fragt am dritten Adventssonntag was sollen wir tun! Es ist eine Einladung, auch uns persönlich zu fragen, was soll ich tun, damit Jesus in mir geboren wird? Was soll ich tun, damit all dieser Stress und Beschenkung auch einen Sinn in meinem Leben hat und nicht nur die Erfüllung von Erwartungen der Menschen an Weihnachten.

Möge der Messias, den wir erwarten, uns die Gnade schenken, damit wir uns ernsthaft mit der Frage beschäftigen, was sollen wir tun, im Hinblick auf die Menschwerdung Christi…Amen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

4. Adventssonntag im Jahreskreis C, Pfungen, 23. Dezember 2018

In dem Augenblick, als ich deinen Gruss hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib (Lk 1. 44)

Liebe Mitchristen,

Wenn wir Feste feiern, dann erzeugt dies Freude in uns und steckt auch andere an. Man begegnet anderen, trinkt und isst miteinander, pflegt Gemeinschaft und gibt oft die Tradition und Kultur des Ortes weiter an die jüngere Generation. So feiern alle Dörfer ein Dorffest oder ein Fest, verbunden mit der Geschichte des Ortes.

Die Geburt eines Kindes ist ein sehr freudiges Ereignis, besonders in Afrika, welche nicht nur die Eltern und Familienangehörigen erfasst, sondern das ganze Dorf. Sie freuen sich, weil Gott jemanden mit Freude geschaffen hat und zu ihrem Dorfe gesandt hat. Mit der Geburt eines Kindes ist auch die Zukunft des Dorfes irgendwie gesichert worden. Es ist ein Gefühl, dass es mit dem Volk weitergeht. Das erklärt warum man alle Feindschaften und Verbitterung außer acht lässt und das neu geborene Kind und seine Mutter besucht. Falls das Kind im Spital geboren ist, so gehen alle Frauen des Dorfes und begleiten die Mutter mit einem Freudentanz nach Hause. Alle, denen sie auf dem Weg begegnen, halten an und beteiligen sich an der Freude eines neuen Erdlings!

Nun, um uns herum gibt es viele Zeichen der Freude auf die Geburt Christi. Die schönen Beleuchtungen auf den Straßen und Häusern. Kaum jemand kann sich dieser freudigen Festlichkeit entziehen, selbst wenn es einem manchmal wirklich nicht dazu zu Mute ist. Selbst die Migranten merken, dass etwas besonderes vor sich geht und ich hoffe sehr, sie bekommen eine richtige Erklärung, warum wir dieses freudige Fest feiern! Familienzusammenkunft, Sonnenwende, Geschenke, könnte eine plausible Erklärung sein, doch wichtig ist, dass wir uns auf die Geburt Jesus Christus vorbereiten.

Dass alle Menschen zu einer Freude finden. Selbst bei einem wunderschönen Fest und Traditionen, ist dies nicht immer der Fall und die Geburt Christi ist keine Ausnahme. Es bedarf darum einer inneren Haltung und die Bereitschaft, sich dafür zu öffnen. So bedarf es darum einer Vorbereitungszeit, in der wir uns für das freudige Fest öffnen. Jedes Fest ist so gut wie ihre Vorbereitung! Um Weihnachten zu feiern ist der Advent davor, deswegen eine Vorbereitungszeit, die uns seelisch und äußerlich einstimme auf die Geburt Christi. Advent macht uns deswegen empfänglich für Weihnachten.

Am heutigen 4. Adventssonntag hören wir eine freudige Botschaft von einem Kind im Mutterleib, welches vor Freude im Bauch der Mutter hüpft! Es ist schon eine Freude, dass Elisabeth ihre jüngere Kusine Maria in ihrem Hause empfängt. Johannes scheint bereits schon im Mutterleib seine Aufgabe als Vorbote Jesus zu ahnen und vermittelt dies seiner Mutter Elisabeth. Elisabeth versteht diese Botschaft und freut sich, dass Maria, ihr und Johannes Jesus in ihr Haus brachte. Elisabeth nennt Maria „Mutter ihres Herrn.“ Wohl gemerkt ist sie viel älter als ihre Kusine Maria, doch sie hat keine Mühe, Maria als „Mutter ihres Herrn“ zu bezeichnen.

Lukas zeigt uns diese beiden Frauen und ihr Schicksal und lädt uns ein, an ihrer Freude teilzuhaben und anstecken zu lassen. Im Grunde ist das Evangelium eine frohe Botschaft von der Gottesbegegnung mit den Menschen. Gott wird Mensch in seinem Sohn Jesus Christus. Sicher gibt es viel Elend und Nöte in der Welt, Kriege und Vertreibungen und diese können die Freude ziemlich ersticken, doch Maria und Elisabeth haben auch schwere Schicksale zu tragen und trotzdem bricht Maria auf und besucht Elisabeth und brachte ihr die Freude. Stärke ist das Vertrauen beider Frauen an die Treue Gottes und so versuchen sie, ihr Schicksal anzunehmen und anderen eine Freude zu bereiten. Gott ist verlässlich und hält sein Wort. Lukas lädt uns heute ein, auf diese Freude der Menschwerdung Gottes empfänglich zu werden und uns von der Freude Marias und Elisabeths anstecken zu lassen. Nur so kann Jesus in uns geboren werden. Beten wir, dass wir den Zugang zu diesem Fest der Freude finden mögen…Amen.

 


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