Pfarrer Blog

28. Sonntag Jahr C- Predigt

28. Sonntag im Jahreskreis C, Pfungen 9. Oktober 2022

Einer von Ihnen aber kehrte um und dankt Gott (Lk 17.15)

Liebe Mitchristen,

Neulich habe ich mit einem Priesterkollegen telefoniert der in Amerika lebt. Er erzählte mir, wie er einem, damals sehr fleissigem Student begegnet war, der in seiner Nähe wohnte. Der Student war sehr fokussiert auf sein Studium und hatte kaum Zeit für Partys. Er war immer in der Bibliothek und lernte sehr fleissig. Am Ende seines Studiums wurde sein Fleiss belohnt und er machte seinen Abschluss erste Klasse. Dieser Kollege hat damals mit ihm das Essen geteilt und ihm ein kleines Zuhause gewährt. Danach verloren sich seine Spuren. Nach über 25 Jahren rief dieser dann bei dem Priester an und bedankte sich noch einmal für seine Hilfe damals und lud ihn ein, ihn und seine Familie zu besuchen, denn er war inzwischen ein Professor an einer Universität geworden.

Bestimmt werden auch sie eine Reihe ähnlicher Erfahrungen von Menschen haben, die nach einer Begegnung und menschlicher Zuneigung dankbar sind. Es freut mich immer wieder, wenn ich dankbaren Menschen in meinem Leben begegne, denn sie öffnen uns die Augen, welche durch Konsum und Egoismus geschlossen sind. Jeder Mensch braucht die Hilfe anderer, um leben zu können. Wird sie ihm verweigert, so spricht man von Unmenschlichkeit. Wer aber nur das und all das haben will, woran er glaubt, Anspruch zu haben, verliert dabei selber etwas wesentlich Menschliches, nämlich die Fähigkeit, sich beschenken zu lassen und zu danken. Selbst das kostbarste, das Leben und die Liebe, kann uns nur geschenkt werden!

Im heutigen Evangelium wurden zehn Aussätzige geheilt und nur einer, aus Samaria kam zurück, um Jesus zu danken. Warum ist dies besonders? Nun, der Mensch aus Samaria ist ein Fremder, der im Tempel Jerusalem kein Dankopfer bringen darf. Alle zehn haben die jüdischen Vorschriften befolgt, was man tut, um wieder rein und in die Gesellschaft eingegliedert zu werden. Es war ein Beziehungsangebot von Jesus an die Adresse der Aussätzigen. Und wie lautet die Antwort auf dieses Angebot Jesu? Während der Corona Pandemie, mussten wir in unseren 4 Wänden bleiben und konnten nicht zum Gottesdienst kommen. Wie ist es danach? Darf ich etwas ansprechen, ohne auf die Füsse der Menschen zu treten! Jedes Jahr bei der schönen Erstkommunionfeier appelliere ich an die Eltern und ihre Erstkommunikanten, uns bei dem Aufbau der Ministranten zu helfen. Wie viele tun dies am Ende? Das Bild der Ministranten spielgelt den Trend wider. Die Mehrheit der Ministranten haben Migrationshintergrund, also die sogenannten «Fremden aus Samaria!»

Die Dankbarkeit in unserem Evangelium hat noch einen tieferen Sinn, nämlich die Anerkennung einer Kraft die Mächtiger als alle anderen ist. In dem sich der Mann aus Samaria vor Jesus niederwirft, bekundet er dies öffentlich. Die anderen 9 haben getan, was das Gesetz vorschreibt, was erwartet wird. Doch ihre Herzen haben versäumt, eine Antwort auf die Heilung zu geben, nämlich Dankbarkeit zu zeigen. Der Samaritaner wurde zum Glauben geführt, zu einem Gott der von nun an, an seiner Seite mitgeht.

Wir sind heute eigentlich als Christen eingeladen, zu überlegen wo uns im Leben, durch Freunde, Kirche, Gesellschaft oder gar durch Fremde geholfen worden ist und ob wir dies entsprechend gezeigt haben, durch Dankbarkeit? Wenn nicht, dann ist das heute eine Einladung dies nachzuholen. Bauen wir eine Welt, wo wir dankbar sind für all das, was wir von Gott und den Mitmenschen erhalten haben! Schenke uns oh Herr den Geist der Dankbarkeit für deine unzählige Güte an Liebe, Gesundheit, und das Leben, welches wir von dir erhalten haben…Amen.

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