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7. Sonntag Jahr A-Predigt

7. Sonntag im Jahreskreis A, Pfungen 23. Februar 2020

Seid heilig, denn ich der Herr, euer Gott bin heilig (Lev 19, 2)

Liebe Mitchristen,

Das Buch Levitikus ist eine Sammlung und Zusammenfassung von der Tora und darin ist das Thema Heiligkeit aufgegriffen. Wie sich Gott dem Volk Israel als heilig erwiesen hat, so soll Israel sich gegenüber Gott als heiliges Volk erweisen. Heilig erwiesen heißt konkret Treue und Verbundenheit. Also wie Gott gegenüber dem Volk Israel seine Treue erwiesen hat, so soll Israel mit Gott in Treue verbunden sein. Es ist ein Bewusstsein in den Menschen, Gott gegenüber treu zu handeln und so gelangt man zur Heiligkeit. In diesem Sinne ruft Gott das Volk Israel auf, ihm durch Treue und Güte nachzuahmen.

In Levitikus lesen wir von vielen Gesetzen, die mit „du sollst oder du sollst nicht“ beginnen. Nun, alle diese Gesetze sollen von Liebe getragen sein, die Liebe welche bis zur Feindesliebe ins Evangelium einmündet. Ob es sich nun um zurechtweisen handelt oder in Streitigkeit endet, soll das Handeln nicht von Hass getragen werden, sondern eher von Gewaltlosigkeit und Grosszügigkeit. Zugegeben hier haben wir als Menschen am meisten Mühe und als Christen noch mehr! Wir haben in der menschlichen Geschichte jedoch Beispiele von Vorbildern, welche diesen Weg gegangen und erfolgreich gewesen sind. Da erinnern wir uns gerne an Mahatma Gandhi oder an Nelson Mandela. Beide waren entschlossen, sanft und sie hatten eine klare politische Linie gefahren und sie konnten den Mächtigen widerstehen. Heute ist dieser Geist in unserer Welt eher selten, denn der Drang nach Rache und Nachtragen oder Demütigung sitzt tief in den Menschen.

Manche verstehen unter Gewaltlosigkeit schon die Vermeidung von Konflikten. Dies ist jedoch unmöglich. Denn solange Menschen miteinander zu tun haben, wird es immer wieder solche Situationen geben. Die Frage ist, wie geht man damit um und wie handelt man in dieser Situation? Heilig sein bedeutet dann, unser Leib oder unsere Person soll eine Art Tempel Gottes sein, eine Oase wo Menschen Zuflucht finden können. Tempel sind heilige und gewaltfreie Orte. Das erklärt auch, warum manche Menschen, wenn sie verfolgt werden, Zuflucht in einer Kirche oder einem Tempel suchen, da es ein heiliger Ort ist. Dies kann man schnell entweihen, wenn in so einem heiligen Ort Menschen umgebracht werden und ihr Blut dort fließt.

Die Lesung heute erinnert uns daran, dass es in allen Belangen des Menschen, in allen Situationen des Menschen, eine Grenze gibt, die nicht überschritten werden sollte, die respektiert werden muss. Man kann es Menschenwürde nennen. Jedenfalls dem Menschen nicht sein letztes Hemd wegnehmen, nicht vom Hass leiten lassen, nicht den Menschen das Menschsein absprechen. Wenn wir es mit dem Evangelium verbinden, dann ist es die Aufforderung Jesu, sogar unsere Feinde zu lieben und für sie zu beten! Eine Aufforderung, an der wir uns alle die Zähne ausbeißen! Gewaltlosigkeit und Heiligkeit beginnt schon mit der Sprache, oder durch Gleichgültigkeit gegenüber anderen, oder Vorurteile sind Brutstätten der Gewalt und von Hass. Die erwähnten Vorbilder am Beginn unserer Predigt haben sich durch Gewaltlosigkeit ausgezeichnet, in dem sie Wege fanden, die Gewalt und Hass ins Leere laufen ließen.

Nun fragen uns die heutigen Lesungen, ob wir bereit sind, auch wenn es manchmal schwierig ist, Gottestreue nachzuahmen, in dem wir für unsere Feinde beten, ihnen ihre Würde nicht absprechen und ihnen großzügig begegnen. So werden wir zur Oase der Heiligkeit und der Güte Gottes…Amen.

 


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