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17. Sonntag im Jahreskreis B- Predigt

17. Sonntag im Jahreskreis B, Pfungen, 25. Juli 2021

Jesus teilte an die Leute aus, soviel sie wollten (Jon 6, 11)

Liebe Mitchristen,

An sich geschieht die Brotvermehrung täglich unter uns, fragt sich nur, ob wir dies noch wahrnehmen. In dieser Woche wird auf vielen Feldern das Getreide geerntet und alle hoffen auf eine gute Ernte. Von der kleinen Aussaat keimt ein unscheinbares Korn und wächst heran, wächst zu einem Halm hoch, auf dem Halm hat sich eine Ähre mit Körnen entwickelt, die jetzt reif sind und geerntet werden. Und beim Dreschen wird die Spreu vom Weizen getrennt. Also ein kleines Korn hat sich 50, 60, ja 100 Fach vermehrt, wahrhaftig ein Wunder! Wenn sie durch die Kornfelder gehen, nehmen sie diese Wunder noch wahr? Oder ist es zu einer Selbstverständlichkeit geworden! Auch eine ähnliche Beobachtung geschieht mit den Früchten und im Grunde genommen mit vielen anderen Wunder der Natur. Ein kleines Korn vermehrt sich, um ein Vielfaches. Am Ende wird es zu Brot!

Nun, die Deutung der heutigen Brotvermehrung ist vielfältig. Jesus kümmert sich um eine grosse Menschenmenge und bekommt sie alle satt - wunderbarer geht es kaum noch. Das bringt den Verstand an seine Grenzen und macht das Herz unruhig. Das erklärt, warum man um eine Deutung bemüht ist. In dem Johannesevangelium nehmen wir wahr, dass Gott die Menschen liebt, sich um sie kümmert daher gibt er ihnen im Überfluss. Jesus geht seiner gewohnten Methode nach und will ein Zeichen setzen, um auf das Reich Gottes aufmerksam zu machen und erfahrbar zu machen. Jesus stillt den Hunger, den Hunger nach Brot, nach Liebe, ja den Hunger nach Leben. Man kann durchaus fragen, ja, was aber tut er für mich persönlich? Was macht er aus meinen fünf Broten und zwei Fischen? Hier könnten mehr Fragen als Antworten entstehen.

Eine zweite praktisch mögliche Deutung wäre, wenn jeder seine Tasche aufmachen würde und herausnimmt, was darin ist und dies unter einander geteilt würde. Dann könnten alle satt werden und es blieben einige Körbe übrig! Das bedeutet, dass Jesus hier nur ein guter Organisator wäre, der durch eine ergreifende Rede die Herzen der Leute berührt und sie animiert hatte, das, was sie haben zu teilen. Wie wir sehen, könnten diese beiden Deutungsversuche durchaus zu kurz greifen, so dass wir noch viele Fragen haben.

So gehen wir einen Schritt weiter und ich lade sie alle ein, die Geschichte noch einmal zu lesen. Lassen sie die Geschichte an sich heran, damit sie wirken kann. Nehmen sie sich einige Minuten Zeit dafür. Hören sie auf das, was er ihnen heute sagen will! Versuchen sie, mit Gott ins Gespräch zu kommen. Sollten sie nicht wissen, was sie mit Gott sprechen können, werden ihnen die folgen Fragen dabei helfen. Wonach habe ich im Leben wirklich Hunger? Hat Gott es bei mir je geschafft, mich satt zu bekommen? Und zu guter Letzt eine spirituelle Frage: Ist die Kommunion für mich persönlich wirklich Nahrung für meine Seele?

Beten wir, dass er unsere Augen und unsere Herzen öffnet, um die Wunder seiner Schöpfung wahrzunehmen, und um das mit anderen zu teilen, was wir geschenkt bekommen…Amen.

 

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