Pfarrer Blog

3. Ostersonntag Jahr B- Predigt

3. Ostersonntag im Jahreskreis B, Pfungen 14. April 2024

Ich bin es selbst (Lk 24, 39)

Liebe Mitchristen,

Neuerlich bekam ich einen Text, wo eindrücklich geschildert wurde, wie das Eintreten des Todes die ganze menschliche Beziehung schlagartig verändert. Es entsteht eine allgemeine Distanz und Angst vor dem Toten. Auf seinen Fotos erscheint RIP (rest in peace, Ruhe im Frieden). Wer von dem Toten träumt, macht sich Sorgen, was dies bedeuten könnte. Wer ihm begegnet, wird als verrückt bezeichnet, oder nicht mehr alle Tasten im Schrank zu haben. Seinem Eigentum und all das, was er bisher besessen hat, wird mit einem gewissen mulmigen Gefühl begegnet. Wer seinen Leichnam berührt, erlebt eine gewisse unheimliche Kälte, denn das was ihn lebendig machte, ist nicht mehr vorhanden. Zugegeben ist die Trauerzeit verschieden, je nach Personen. Jedoch, selbst das gross versprochene «ewige Gedenken an den Verstorbenen», liegt mit der Zeit eher in einer Vergangenheit und die Erinnerung daran wird mit der Zeit blasser. Der Mensch geht seine gewohnten Wege weiter.

Der Glaube an die Auferstehung ist von Anfang an umstritten. Lukas der Evangelist ringt um Worte, um die Auferstehung richtig zu beschreiben. Er wollte zeigen, dass die Auferstehung Jesu nicht eine Sinnestäuschung der ersten Jünger Jesu war, sondern eine handfeste Begegnung. Zugegeben, es war niemand dabei, als Jesus von den Toten auferstanden ist, jedoch es werden immer wieder Menschen genannt, die Zeugnis für seine Auferstehung gegeben haben, weil sie ihm nach der Auferstehung begegnet sind. Ihre Zeugnisse zeigen, dass die Begegnungen mit Jesus danach einmalige und persönliche Eindrücke hinterlassen haben, welche sie zum Verkünden der frohen Botschaft bewogen haben.

Heute bekommen wir von Lukas dem Evangelist einen weiteren Beweis der Auferstehung vorgeführt. Jesus ass etwas vor seinen, noch immer von Zweifeln getriebenen Jüngern, um zu zeigen, dass Tote und Geister nichts mehr essen können. Im Grunde ist es ein Rätsel, warum nur Thomas als «klein Gläubig» bezeichnet wurde, denn auch die restlichen Jünger, wie Lukas heute eindrücklich berichtet, lebten weiterhin in grossem Zweifel. Das Erschrecken der Jünger jedes Mal, wo Jesus ihnen erschienen ist, widerspiegelt den Text, den ich am Anfang der Predigt erzählt habe, nämlich eine gewaltige Veränderung der Beziehung und Verhältnisse der Toten und der Lebenden. So ist Zweifel ein ständiger Begleiter des Glaubens, denn niemand ist absolut sicher.

Es stellt sich die Frage, ob wir denn den Zeugnissen und Erzählungen der Jünger Jesu Glauben schenken oder nicht? Halten wir persönlich ihre Schilderungen als glaubhaft und sie selber als glaubwürdig? Dabei widerspiegelt sich auch unsere persönlichen Vorstellungen nach dem Tod in dieser Frage. Reicht uns der Schriftbeweis des Evangelisten oder brauchen wir weiter handfeste Beweise, um den Glauben an die Auferstehung zu stärken? Wir haben einige Indizien der Auferstehung Jesu. Nämlich das leere Grab, die Begegnungen mit dem Auferstandenen und heute fügt Lukas noch das Essen mit seinen Jüngern hinzu. Jesus bemüht sich offensichtlich seine Jünger zu überzeugen, dass er es ist, der vor ihnen erschienen ist und kein Geist.

Dazu ist festzustellen, dass seine Jünger sich nach seinem Tod aus Angst vor den Juden eingeschlossen haben, nun aber doch noch den Mut hatten und herauskamen, um das Evangelium öffentlich zu verkündigen. Es musste etwas passiert sein, welches ihnen diesen Mut verliehen hat und dies rechnen wir der Auferstehung und den Begegnungen mit Jesu zu. Heute merken wir, dass der christliche Glaube und die Auferstehung am Ende ein Vertrauenswagnis ist, welches lohnenswert ist und dem Leben Sinn verleiht. Die ganze Geschichte erzählt im Grunde genommen von der Liebe Gottes an die Menschen und diese Liebe darf hoffen auf eine ewige Gemeinschaft mit Gott der seinen Sohn zum Retter der Welt erkoren hat. «Fasst mich doch an, ich bin es, glaubt mir endlich». Gott, hilf unserem Glauben…Amen

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