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23. Sonntag Jahr C- Predigt

23. Sonntag im Jahreskreis C, Pfungen, 8. September 2019

Wer nicht sein Kreuz trägt, und mir nachfolgt, kann nicht mein Jünger sein (Lk 14, 27)

Liebe Mitchristen,

Das heutige Evangelium ist sehr anspruchsvoll und passt nicht zu unserer Familien- und Verwandtschaftsstimmung. Für Jesus bedeutet die Nachfolge einen totalen Verzicht auf alles, was uns runter drücken könnte. Inklusive Familie und Besitz! Der griechische Urtext sagt sogar “Wenn jemand zu mir kommt und nicht Vater und Mutter und Kinder, Brüder und Schwestern, ja sogar sein Leben hasst, dann kann er nicht mein Jünger sein“ Das verwirrt uns, denn die Kirche sorgt sich doch um die Familie und dies steht im krassen Gegenteil von dem, was wir heute gehört haben!

Heute ist die Forderung nach der Aufhebung des zölibatären Leben lauter denn je. Wieso soll ich auf eine Beziehung verzichten, nur um Jesu nachzufolgen? Zugegeben wissen wir doch, dass heute jede zweite Ehe mittlerweile geschieden ist und sicherlich ist die seelische Qual für Kinder und Eltern enorm. Trotzdem verlieben sich Leute heute noch und werden ermutigt eine Liebesbeziehung einzugehen. Wir lesen und hören auch von Fällen, dass Kinder sich von ihren Eltern abwenden oder sie bevormunden, wenn sie alt geworden sind. Auch jedes Mal, wenn sich Priester und Ordensfrauen treffen und sich austauschen, stellt man fast immer fest, wie ihre Angehörigen für sie ein großes Kreuz darstellen. Manche rätseln sogar, ob es eine Flucht ist, Priester oder Ordensfrau zu werden. Denn oft verhält sich die Familie, als ob sie mit einem Fluch belegt sind. Man hört immer wieder die Leidensgeschichte von Brüder oder Schwersten von Ordensleuten. Sind das die Gründe, warum Jesus einen Verzicht auf Beziehung verlangt, wenn man zu seinen echten Nachfolgern zählen will?

Also was soll Jesus gemeint haben mit seiner harten Forderung an uns? Die Kirche hat am Anfang die Dinge ein wenig einfacher gemacht und diesen totalen Verzicht nur auf Ordensleute und Priester reserviert, welche in Ehelosigkeit und Armut leben sollen. Damit ist die Forderung Jesu nicht an alle, sondern an eine handvoll Menschen adressiert verstanden worden. Diese Gruppe dürfte dadurch das Gefühl haben, Jesu Wort zu leben und die anderen sind davon befreit! Nun, diese Interpretation hat einen Haken. Denn Jesu wandte sich im Evangelium einer großen Menschenmenge zu, nicht einer besonders kleinen Gruppe. Das Kreuztragen und der Verzicht richtet sich an alle Christen, nicht an die Ordensleute allein. Bestimmt ist die Aufforderung Jesu eine Provokation, in dem er unsere gängigen Muster infrage stellt. Bestimmt nicht um uns das liebevoll gewonnene wegzunehmen, sondern unseren Blick auf Gott zu weiten, an den Grund unserer Existenz zurück zubinden. Somit wäre Ehe, Familienbindung und Besitz nicht an erster Stelle, sondern in Bezug auf Gott, hat Gott Vorrang! Mit der Nachfolge Jesu käme eine andere Wertigkeit von Dingen und Beziehung in den Blick. Menschliche Beziehungen bedeuten sehr viel, jedoch nicht alles! Auch Eheleute sollen einander nicht besitzen, sondern freigeben für die Nachfolge Jesu.

Das Evangelium ist auch ein Hinweis, dass Gott letztlich alle Sehnsucht erfüllen kann und nicht Besitz oder Familienbindung ist! Es gibt kein Leben ohne Verwundungen und Schmerzen und gerade dort, wo Menschen miteinander tief verbunden sind, dort ist es besonders verletzlich. Die Verbundenheit mit Jesu geht kaum ohne Verwundungen und Schmerzen. Darum sollen alle sein Kreuz tragen, wenn wir wirklich seine Jünger sein wollen. Wir tun uns schwer damit und so bitten wir Gott, uns die Gnade und Weisheit dazu zu schenken…Amen.


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