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Geburt

Franziska Krähenmann, Dr. med. Leitende Ärztin auf der Geburtshilfe Bei meiner Arbeit in der Geburtshilfe habe ich es mit verschiedenen Religionen zu tun. Interkulturelle Fragen und Rituale interessieren mich. Eltern und ihre Kinder brauchen gerade in schwierigen Situationen Sicherheit und … weiterlesen

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5. Ostersonntag- Predigt

5. Ostersonntag im Jahreskreis B, Pfungen 29. April 2018

Dieser aber planten ihn (Paulus) zu töten (Apg.9, 29)

Liebe Mitchristen,

 

Wir hörten aus der Apostelgeschichte, wie sich Paulus nach seiner

Bekehrung in Damaskus aufhielt, dort rasch Anschluss an die dortigen Christen erhielt und selbst eifriger Verkünder des Evangeliums wurde. Jedoch stiess dieses neue Auftreten von Paulus nicht bei allen auf Verständnis. Er war zuvor ein erbitterter Verfolger der Anhänger Jesu gewesen, und die neue Situation setzte manche in grosse Verwirrung. Einige sahen es als eine unerträgliche Zumutung, dass Paulus nun das vertrat, was er zuvor bekämpft hatte. Die Spannung stieg derart, dass Paulus die Stadt hastig verlassen musste, weil es ihm nicht gelungen war, alle von seiner Bekehrung zu überzeugen.

 

Seine Flucht führte Paulus schliesslich nach Jerusalem, wo er zunächst aufgenommen wurde. Doch nach einer Weile begegneten ihm auch dort die gleichen Probleme. Auch wenn Barnabas zunächst geholfen hatte, Paulus aufzunehmen, die Skepsis überwog, die Leute waren misstrauisch gegenüber diesem seinen Sinneswandel. Andere dachten, dass er sie vielleicht in eine Falle locken wollte, um seine Verfolgung der Christen weiter zu treiben. Wieder andere hatten Angst um ihre Sicherheit, denn Paulus war ein gnadenloser Verfolger der Jünger Jesu gewesen. Es hiess sogar, dass die Hellenisten planten Paulus umzubringen! Da reagierten aber die Apostel schnell und brachten ihn nach Tarsus.

 

Bevor wir weiterfahren, wäre es gut zu wissen, dass die Hellenisten die griechisch sprechenden Judenchristen aus der Diaspora waren, welche einen griechischen Namen trugen und eben eine griechische Ausbildung hatten. Deshalb trugen sie sehr zur Verbreitung des Christentums bei. Merkmal ihrer Theologie war eine radikale Kritik an allem, was mit den Händen gemacht wurde, und sie forderten ein geistliches Christentum. So waren sie kritisch gegenüber dem Tempel in Jerusalem und manchmal auch gegen Rituale und Reinheitsgesetze. Ihre Ablehnung des Tempels führte dazu, dass sie von den jüdischen Machthabern verfolgt wurden. So war Paulus auch der erste Märtyrer dieser Verfolgung. Dazu wurden ihre Witwen diskriminiert und nicht in die Versorgung des Tempels integriert. Dies führte schliesslich zur Wahl der ersten sieben Diakone der Kirche. Wegen den Verfolgungen gelangten die Hellenisten nach Rom, Ephesus, Alexandrien, Samaria, Antiochia und brachten ihren christlichen Glauben mit.

 

Kommen wir wieder zu unserem Text zurück. Man kann wahrlich sagen: "Der Geist, den man rief", wenn wir an Paulus denken. Erstaunlich ist auch, wie weit selbst praktizierende Christen gehen und sogar einen Konvertierten ermorden wollen, alles im Namen Jesu!

Was nehmen wir mit nach Hause aus der Lesung von heute? Zuerst ist die Tatsache zu beachten, dass die Christusgemeinden auch damals mit Konflikten zu kämpfen hatten. Jesu Lehre und seine Auferstehung schützen nicht davor. Erschreckend ist nur, dass einige so weit gingen, aus welchem Grund auch immer, die Ermordung von Paulus zu planen. Es fragt sich, wie weit auch wir heute gehen würden bei Konflikten untereinander! Sind wir besser und gehen wir damit christlicher um? Auch scheint es ein Faktum zu sein, dass wer die Sache Jesu mit Überzeugung vertritt, wie Paulus nicht immer mit Verständnis rechnen kann, oder gar gemieden wird.

 

Es lohnt sich Gutes zu tun, denn Bekehrung reicht offenbar nicht, um alle von dem Sinneswandel zu überzeugen. Viele bleiben skeptisch, und dies behindert die Anliegen Jesu zusätzlich. Mich freut es, dass es in allen Konfliktsituationen auch heute Menschen wie Barnabas gibt, die helfende und rettende Hände aufbieten, um Frieden zu erreichen. Danken wir Gott für solche Menschen, die uns Kraft und neue Hoffnung schenken trotz allen Unterschieden und Konflikten und somit zum Frieden beitragen…Amen.


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